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Gesetzeslage

Unter Klinikmitarbeitern und Krankenpflegepersonal kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen mit "scharfen medizinischen Gegenständen". Die Zahl wird auf 3,5 Millionen Unfälle pro Jahr weltweit geschätzt. Viele dieser Fälle können auf Missgeschicke mit IV Kathetern, Induktions-Spritzennadeln, Blutentnahme-Geräten und Gefäßzugangsnadeln zurückgeführt werden.

Eine Nadelstichverletzung oder Blutkontakt kann verheerende Auswirkung auf die Gesundheitseinrichtung, die Praxis und das Opfer haben, das sich daraufhin auf eine mögliche durch Blut übertragene Krankheit testen lassen muss. Ein Opfer, das sich eine Infektion oder Krankheit zugezogen hat, braucht medizinische Behandlung und muss im Zweifelsfall mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen rechnen.

Der beste Weg, Nadelstiche und Blutkontakt zu vermeiden, ist das rechtzeitige Einführen von Schutzmaßnahmen.

Safety On Point

Übersicht zur EU Direktive 2010/32/EU

Die EU Direktive 2010/32/EU betrifft die Implementierung einer Rahmenvereinbarung zur Prävention von Verletzungen durch scharfe Gegenstände in Krankenhäusern und im Gesundheitssektor.

Die Direktive gilt für alle Werktätige in Krankenhäusern und im Gesundheitssektor, die als Teil ihrer Arbeit dem Risiko von Verletzungen durch scharfe Gegenstände ausgesetzt sind. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer stehen in der Verantwortung, sichere Arbeitsabläufe einzuführen, die in Einklang mit den relevanten EU-Direktiven und -Richtlinien stehen. 

Das Ziel der Direktive ist es, die bestmöglichen Arbeitsabläufe durch die Einführung von Prozessen zu schaffen, welche die Handhabung scharfer Gegenstände sicherer machen. Zudem soll die Berichterstattung und die Fortbildung von Arbeitnehmern verbessert werden. 

Die in der Direktive festgeleten Bestimmungen bauen auf existierenden Anforderungen aus dem Gesetz zur Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit von 1974 und dem Gesetz zur Bereitstellung und Nutzung von Arbeitsgeräten von 1998 auf.  

Die Frist für die Mitgliedsländer der EU zur Einführung angemessener Maßnahmen zum Schutz vor Stich- und Schnittverletzungen war der 11. März 2013. Diese Frist ist nun verstrichen, und Großbritannien, wie viele andere Länder, musste seine Gesetzgebung mit der EU Direktive 2010/32/EU in Einklang bringen, um von den Vorteilen für britische Angestellte im Gesundheitssektor profitieren zu können. 

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Offizielles Journal der Europäischen Union L/134/66 (2010) Direktive 2010/32/EU

Webseite zu Gesundheit und Sicherheit

Info-Blatt zu Gesundheit und Sicherheit

Gesetz zur Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit von 1974

Netzwerk für sichere Spritzen

Richtlinien des Royal College of Nursing

Europäisches Netzwerk für Bio-Sicherheit

Regionen:

Europa

Länder:

Vereinigtes Königreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Portugal, Australien, Österreich, Italien

Deutschland

Seit 2007 befanden sich die Gesetze zu Nadelstichen unter TRBA250 (Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe). Eine der wichtigsten Komponenten von TRBA250 ist das Verlangen nach Schutzmaßnahmen, worunter auch das Austauschen von medizinisch scharfen Geräten mit sicheren Geräten zählt.

TRBA250 ordnet an, dass sichere Nadelgeräte über folgende Eigenschaften verfügen:

  • Einhändige Aktivierung
  • Keine Veränderungen bei der Technik
  • Sicherheitsmechanismen verhindern eine Wiederverwendung

Biostoffverordnung (BioStoffV)

Im Juli 2013 wurde die EU-Direktive zu scharfen Gegenständen im deutschen Recht übernommen, die Biostoffverordnung (BioStoffV). Ziel dieser ist es, das Risiko, das mit Nadelstichverletzungen einherkommt, zu reduzieren, während gleichzeitig das Gesetz erweitert wurde, welches biologische Arbeitsstoffe im Krankenhaus und Gesundheissektor betrifft.

Die neue Verfassung des BioStoffV führt grundlegende Verpflichtungen für den Arbeitgeber aus, welche - sofern sie ignoriert werden - das Risiko der Strafverfolgung mit sich bringen. Neben den Gesetzen müssen Unternehmen eine Risikobewertung festlegen, sowie berufsbedingte Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen entwickeln, die sich auf den Umgang mit Biomaterialien beziehen und diese in das Unternehmen sowie die Planung und Gestaltung der Arbeit integrieren.

 Das deutsche Recht sieht vor, dass das STOP-Prinzip verfolgt werden muss. Das heißt, das scharfe Geräte vorrangig durch sichere Geräte ersetzt werden müssen, gefolgt von technischen, organisatorischen und personellen Maßnahmen. Um Infektionen zu vermeiden, müssen medizinisch scharfe Geräte durch diejenigen ersetzt werden, die kein oder weniger Risiko für Verletzungen birgen, soweit das technisch möglich ist.

 

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Richtlinie 2010/32/EU Des Rates - Deutsch

Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit Biologischen Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung - BioStoffV) - Deutsch

TRBA 250 - Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffea - Deutsch

TRBA 250 - Biological agents in health care and welfare facilities - English

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

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