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Gesetzeslage

Unter Klinikmitarbeitern und Krankenpflegepersonal kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen mit "scharfen medizinischen Gegenständen". Die Zahl wird auf 3,5 Millionen Unfälle pro Jahr weltweit geschätzt. Viele dieser Fälle können auf Missgeschicke mit IV Kathetern, Induktions-Spritzennadeln, Blutentnahme-Geräten und Gefäßzugangsnadeln zurückgeführt werden.

Eine Nadelstichverletzung oder Blutkontakt kann verheerende Auswirkung auf die Gesundheitseinrichtung, die Praxis und das Opfer haben, das sich daraufhin auf eine mögliche durch Blut übertragene Krankheit testen lassen muss. Ein Opfer, das sich eine Infektion oder Krankheit zugezogen hat, braucht medizinische Behandlung und muss im Zweifelsfall mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen rechnen.

Der beste Weg, Nadelstiche und Blutkontakt zu vermeiden, ist das rechtzeitige Einführen von Schutzmaßnahmen.

Safety On Point

Österreich

Am 11. Mai 2013 trat in Österreich die Nadelstichverordnung (NastV) in Kraft. Die NastV verankert die von der EU Direktive 2010/23/EU festgelegten Richtlinien in nationales Recht und erfordert die sichere Handhabung von scharfen Gegenständen im Gesundheitssektor und in ähnlichen Arbeitsumgebungen wie Laboratorien und Altersheimen.

Die NastV komplementiert und vervollständigt die bereits existierenden Sicherheitsbestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes (ASchG) und der Verodrnung zu biologischen Arbeitsstoffen (VbA) in Österreich und hat das Ziel, Verletzungen durch scharfe Gegenstände wie Spritzen vorzubeugen.

Dies ist für medizinische Arbeitskräfte in Österreich ein besonders wichtiges Thema; mehr als ein Drittel aller Arbeitsunfälle in österreichischen Krankenhäusern geschahen durch Spritzen. NastV zielt darauf ab, das Verletzungsrisiko beim Kontakt mit scharfen Gegenständen zu minimieren und schreibt dazu die Verantwortlichkeiten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern vor. Das Gesetz empfiehlt Arbeitgebern außerdem, allen externen Dienstleistern wie Reinigunsdiensten oder Entsorgungsfirmen schriftliche Instruktionen zukommen zu lassen, damit auch sie sich an die gesetzlichen Verordnungen halten.

Die in NastV enthaltenen Maßnahmen sind die Folgenden:

Laut NastV müssen Arbeitgeber im Gesundheitswesen das ihnen spezifische Risiko von Schnitt- und Stichverletzungen festlegen. Dazu müssen sie verschiedene Situationen in Betracht ziehen, während derer sich Mitarbeiter verletzen und dadurch mit poteziell krankheitserregenden in Kontakt kommen könnten. Das schließt zum Beispiel das Entnehmen von Blutproben oder das Entsorgen von scharfen Instrumenten ein.

  • Generell gilt, dass althergebrachte medizinische Instrumente durch solche ersetzt werden sollten, die über einen eingebauten Sicherheits- oder Schutzmechanismus verfügen, sofern solche Geräte existieren.
  • Das Wiederverschließen von Spritzen wird durch die Richtlinien unter allen Umständen verboten.
  • Entsorgungsbehälter für scharfe Geräte sollten immer in der Nähe der Nutzungsbereiche letzterer aufgestellt sein; außerdem sollten spezielle Regale aufgestellt werden, in die alle scharfen oder spitzen Geräte einheitlich eingeordnet werden.

Das Gesetz beinhaltet auch die Pflicht seitens des Arbeitgebers, Arbeitnehmer, die mit scharfen Gegenständen zu tun haben, mit Informationen und Weiterbildungsmöglichkeiten zu versorgen. Diese Weiterbildungen müssen vor dem Beginn der Handhabung von scharfen Gegenständen geschehen sein und in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Laut NastV müssen alle Arbeitgeber einen standardisierten Prozess eingeführt haben, der es Arbeitnehmern erlaubt, Verletzungen oder Vorfälle, die beinahe zu Verletzungen führen, ordnungsgemäß zu melden. Außerdem sollen Maßnahmen getestet werden, welche den Zeitdruck auf Arbeitnehmer lindern und überlange Schichten reduzieren können. 

Regionen:

Europa

Länder:

Österreich

Belgien

Für belgische Arbeitnehmer im Gesundheitswesen wurden die Regeln hinsichtlich der Risikovorbeugung vor dem Kontakt mit biologischen Wirkstoffen im April 2013 konkreter. Zu diesem Zeitpunkt wurden die bereits existierenden Regeln aus Artikel 3 des königlichen Erlasses vom 4. August 1996 bezüglich des Umgangs mit scharfen Gegenständen im Gesundheitswesen ergänzt und klarifiziert.

Die aktualisierte Gesetzgebung gibt dem Arbeitgeber größere Verantwortung und legt fest, das sie nun dazu verpflichtet sind, ihren Arbeitnehmern sowie externen Dienstleistern, die dem Risiko von Schnitt- und Stichverletzugen ausgesetzt sein könnten, aktive Gesundheitsfürsorge zukommen zu lassen. Die externen Dienstleistern in diesem Kontext zuzukommenden Informationen müssen klar auf die Risiken des Arbeitens mit scharfen Gegenständen sowie auf vorbeugende Maßnahmen hinweisen. Der Arbeitgeber muss außerdem sicherstellen, dass die Arbeitnehmer von externen Dienstleistern das korrekte Training erhalten, um auf die Arbeit mit scharfen Gegenständen vorbereitet zu sein.

Risikoanalyse und Vorbeugung

Im Bereich der Risikoanalyse muss der Arbeitgeber alle Situationen in Betracht ziehen, während derer Arbeitnehmer sich als Teil ihrer täglichen Arbeit an scharfen Gegenständen verletzen könnten.

Bei der Risikoanalyse sollte der Arbeitgeber Folgendes in Betracht ziehen:

  • Die technischen Mittel und die verwendeten Materialien;
  • Die Organisation der Arbeitsabläufe;
  • Die Arbeitsbedingungen;
  • Die Qualifikationsstufe des jeweiligen Arbeitnehmers;
  • Arbeitsbezogene psychologische Faktoren;
  • Den Einfluss relevanter Umweltfaktoren auf die Arbeit.

Auf der Grundlage dieser Risikoanalyse muss der Arbeitgeber vorbeugende Maßnahmen in die Wege leiten; dazu zählen die Versorgung mit Informationsmaterialien und Handbüchern für den korrekten Umgang mit scharfen Gegenständen.

Der Arbeitnehmer muss sich für den Fall, dass die Risikoanalyse ein bestehendes Risiko für Stich- und Schnittverletzungen aufzeigt, an folgende Maßnahmen halten:

  • Verhindern des unnötigen Einsatzes von scharfen Gegenständen durch eine Änderung der Arbeitsabläufe. Auf der Basis der Risikoanalyse muss der Arbeitgeber sicherheitsbezogene Technologien, die für scharfe Instrumente zur Verfügung stehen, mit einbeziehen;
  • Das Wiederverschließen von Spritzen muss verboten werden;
  • Sichere Abläufe für die Nutzung und Entsorgung von scharfen Gegenständen sowie von kontaminierten medizinischem Abfall müssen eingeführt werden. Diese Abläufe müssen regelmäßig überprüft werden.
  • Sichere und klar gekennzeichnete Behälter für die Entsorgung von scharfen Gegenständen sowie von kontaminierten medizinischen Abfällen müssen so nah wie möglich an den Orten der Nutzung der scharfen Gegenstände aufgestellt sein.
  • Die verschiedenen Risiken, die der Nutzung von scharfen Gegenständen anhaften, müssen erklärt werden.
  • Es muss eine Wahrnehmungshaltung für die bestehenden Risiken geschaffen werden durch die Entwicklung von Aktivitäten und Info-Materialien.

Der Arbeitgeber ist auch dafür verantwortlich, dass die Risiken und die vorbeugenden Maßnahmen während der Einarbeitungsphase erklärt werden. Das Befolgen der Maßnahmen zur Vorbeugung von Verletzungen und/oder Infektionen durch scharfe Gegenstände liegt im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers.

Regionen:

Europa

Länder:

Belgien

Übersicht zur EU Direktive 2010/32/EU

Die EU Direktive 2010/32/EU betrifft die Implementierung einer Rahmenvereinbarung zur Prävention von Verletzungen durch scharfe Gegenstände in Krankenhäusern und im Gesundheitssektor.

Die Direktive gilt für alle Werktätige in Krankenhäusern und im Gesundheitssektor, die als Teil ihrer Arbeit dem Risiko von Verletzungen durch scharfe Gegenstände ausgesetzt sind. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer stehen in der Verantwortung, sichere Arbeitsabläufe einzuführen, die in Einklang mit den relevanten EU-Direktiven und -Richtlinien stehen. 

Das Ziel der Direktive ist es, die bestmöglichen Arbeitsabläufe durch die Einführung von Prozessen zu schaffen, welche die Handhabung scharfer Gegenstände sicherer machen. Zudem soll die Berichterstattung und die Fortbildung von Arbeitnehmern verbessert werden. 

Die in der Direktive festgeleten Bestimmungen bauen auf existierenden Anforderungen aus dem Gesetz zur Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit von 1974 und dem Gesetz zur Bereitstellung und Nutzung von Arbeitsgeräten von 1998 auf.  

Die Frist für die Mitgliedsländer der EU zur Einführung angemessener Maßnahmen zum Schutz vor Stich- und Schnittverletzungen war der 11. März 2013. Diese Frist ist nun verstrichen, und Großbritannien, wie viele andere Länder, musste seine Gesetzgebung mit der EU Direktive 2010/32/EU in Einklang bringen, um von den Vorteilen für britische Angestellte im Gesundheitssektor profitieren zu können. 

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Offizielles Journal der Europäischen Union L/134/66 (2010) Direktive 2010/32/EU

Webseite zu Gesundheit und Sicherheit

Info-Blatt zu Gesundheit und Sicherheit

Gesetz zur Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit von 1974

Netzwerk für sichere Spritzen

Richtlinien des Royal College of Nursing

Europäisches Netzwerk für Bio-Sicherheit

Regionen:

Europa

Länder:

Vereinigtes Königreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Portugal, Australien, Österreich, Italien

Frankreich

Bevor die EU-Direktive 2010/32/EU galt, wurden einige Nadelstich-Verordnungen in Frankreich unter Decree No 2001-1016 vom 5. November 2001 festgelegt, das die Erstellung eines Risikobewertungs-Dokuments betrifft, das auf der Auswertung von Hindernissen für die Sicherheit und Gesundheit für Mitarbeiter basiert. Die Gesetzgebung verlangt, dass dieses Protokoll mindestens einmal pro Jahr aktualisiert wird, und auch immer dann, wenn es wichtige Veränderungen am Arbeitsplatz gibt, die die Gesundheit und Sicherheit der Arbeiter beeinträchtigt.

Der Code du travail, Decree 2001-1016, hat drei Anforderungen für die Risikoprävention:

  1. Allgemeine Sicherheitsanforderungen für den Arbeitgeber: Der Arbeitgeber muss die Ergebnisse der Risikobewertung für die Sicherheit und Gesundheit seiner Arbeitnehmer im gesamten Gebäude in ein einziges Dokument eintragen.
  2. Er hat die Verpflichtung, eine Risikobewertung auszuführen
  3. Er muss die allgemeinen Grundsätze der Präventionsmaßnahmen einführen

Die wichtigsten Bereiche von Decree No. 2013-607

Frankreich verordnete Decree No. 2013-607 am 9. Juli 2013. Es schützt Arbeitnehmer, die aufgrund von ihrem Kontakt zu medizinisch scharfen Geräten dem Risiko einer biologischen Infektion ausgesetzt sind. Dieses Decree hat den neuen Artikel R4424-11 in das Arbeitsgesetzbuch eingeführt, der den Arbeitgeber auffordert, eine Risikobewertung für die Sicherheit mit scharfen Gegenständen durchzuführen, und, wo notwendig, die erforderlichen Schritte einzuleiten, um diese zu entfernen.

Ziel dieser Direktive ist es, die Pflichten von Arbeitgebern zu erhöhen sowie Arbeitnehmer im stationären und außerstationären Bereich präventiv zu schützen.

  • Stellen Sie maximale Sicherheit am Arbeitsplatz sicher.
  • Vermeiden Sie Verletzungen medizinischer Mitarbeiter durch scharfe Objekte.
  • Dadurch wird eine Strategie definiert, um eine Bewertungsrichtlinie sowie Risikopräventionen, Schulungen und Vorsichtsmaßnahmen zu entwickeln.

Die drei wichtigsten Schritte umfassen:

  • Bewertungen, um Risiken vorzubeugen und sie auszuschließen, damit die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter gesichert ist.
  • Die Identifizierung von Mitarbeitern, die einem Risiko ausgesetzt sind.
  • Die Eliminierung von Risiken, indem eine Reihe an Maßnahmen eingeführt wird, sobald die Ergebnisse der Bewertung ein Verletzungsrisiko aufgrund von scharfen Gegenständen oder Infektionen ergeben.

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Directive 2010/32/UE du Conseil – Français

Arrêté du 9 juillet 2013 relatif à la prévention des risques – Français

Regionen:

Europa

Länder:

Frankreich

Deutschland

Seit 2007 befanden sich die Gesetze zu Nadelstichen unter TRBA250 (Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe). Eine der wichtigsten Komponenten von TRBA250 ist das Verlangen nach Schutzmaßnahmen, worunter auch das Austauschen von medizinisch scharfen Geräten mit sicheren Geräten zählt.

TRBA250 ordnet an, dass sichere Nadelgeräte über folgende Eigenschaften verfügen:

  • Einhändige Aktivierung
  • Keine Veränderungen bei der Technik
  • Sicherheitsmechanismen verhindern eine Wiederverwendung

Biostoffverordnung (BioStoffV)

Im Juli 2013 wurde die EU-Direktive zu scharfen Gegenständen im deutschen Recht übernommen, die Biostoffverordnung (BioStoffV). Ziel dieser ist es, das Risiko, das mit Nadelstichverletzungen einherkommt, zu reduzieren, während gleichzeitig das Gesetz erweitert wurde, welches biologische Arbeitsstoffe im Krankenhaus und Gesundheissektor betrifft.

Die neue Verfassung des BioStoffV führt grundlegende Verpflichtungen für den Arbeitgeber aus, welche - sofern sie ignoriert werden - das Risiko der Strafverfolgung mit sich bringen. Neben den Gesetzen müssen Unternehmen eine Risikobewertung festlegen, sowie berufsbedingte Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen entwickeln, die sich auf den Umgang mit Biomaterialien beziehen und diese in das Unternehmen sowie die Planung und Gestaltung der Arbeit integrieren.

 Das deutsche Recht sieht vor, dass das STOP-Prinzip verfolgt werden muss. Das heißt, das scharfe Geräte vorrangig durch sichere Geräte ersetzt werden müssen, gefolgt von technischen, organisatorischen und personellen Maßnahmen. Um Infektionen zu vermeiden, müssen medizinisch scharfe Geräte durch diejenigen ersetzt werden, die kein oder weniger Risiko für Verletzungen birgen, soweit das technisch möglich ist.

 

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Richtlinie 2010/32/EU Des Rates - Deutsch

Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit Biologischen Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung - BioStoffV) - Deutsch

TRBA 250 - Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffea - Deutsch

TRBA 250 - Biological agents in health care and welfare facilities - English

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Regionen:

Europa

Länder:

Deutschland

Italien

In Italien gibt es bereits eine Rechtsgebung zur Nadelstich-Sicherheit unter dem Gesetz 81/2008 mit dem Namen "Vereinigtes Recht zu Sicherheit bei der Arbeit" (Testo Unico Sicurezza Lavoro). Darin heißt es: "Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Mitarbeiter mit allgemeinen Informationen über die Risiken am Arbeitsplatz zu versorgen und bestimmte Informationen zu denjenigen Risiken zu liefern , die in Verbindung mit Leistungen entstehen, die von einzelnen Personen gefordert werden."

Die italienische Regierung hat Nr 19 der Gesetzesverordnung am 19. Februar 2014 verfügt, um die Europäische Direktive 2010/32/EU im Land einzuführen. Das hat zur Folge, dass italienische Krankenhäuser nicht nur aufgefordert werden, sichere Geräte zu kaufen, sondern auch Strafen riskieren, wenn sie sich für konventionelle Geräte entscheiden.

Die Regelung gilt für alle Mitarbeiter, die in der Gesundheitsbranche tätig sind, sowohl im öffentlichen als auch privaten Dienst und dabei vielleicht scharfen Geräten ausgesetzt sind. Dazu zählen auch Arbeitnehmer, Auszubildende, Praktikanten, Zeitarbeiter, Studenten und Auftragnehmer.

Ziel der Gesetzgebung ist es, Maßstäbe festzulegen, um Verletzungen und Übertragungen von Infektionen vorzubeugen, die bei der Bereitstellung von Leistungen im Krankenhaus und Gesundheitswesen in Hinblick auf Risiken bei Nutzeranwendungen und Zugang zu medizinisch scharfen Geräten entstehen können. Es zielt darauf, Geräte zu verwenden, die technisch als sicherer gelten, wie zum Beispiel medizinische Geräte, die über einen mechanischen Schutz vor scharfen Teilen verfügen und Ihre Hände schützen.

Die wichtigsten Inhalte von Decreto legislativo 19 febbraio 2014

Der Arbeitgeber hat die Aufgabe, die Gesundheit und Sicherheit des Mitarbeiters am Arbeitsplatz in jeder Hinsicht zu schützen. Dazu zählen psychosoziale Faktoren und die Organisation der Arbeit, insbesondere:

  • Es muss sichergestellt sein, dass das Gesundheitspersonal entsprechend ausgebildet wird und über Ressourcen verfügt, die für sichere Abläufe bei der Arbeit notwendig sind, um Nadelstichverletzungen und daraus folgende Infektionen zu vermeiden.
  • Es müssen passende Maßnahmen getroffen werden, damit das Verletzungsrisiko und berufsbedingte Infektionen eliminiert werden. Das geschieht durch die Ausarbeitung einer verständlichen Präventionsregelung, die die fortgeschrittensten Technologien genauso umfasst wie die Regelung der Arbeitsbedingungen und der psychsozialen Faktoren.
  • Es müssen Voraussetzungen geschaffen werden, die die Teilnahme aktiver Arbeitnehmer und ihrer Vertretungen fördern, wenn es um die Aufstellung von verständlichen Präventsionsrichtlinien geht.
  • Gehen Sie niemals von nicht-existierenden Risiken aus.
  • Adäquate Sensibilisierungs-Maßnahmen müssen festgelegt werden, die auf einer gemeinsamen Übereinkunft der Mitarbeiter und ihrer Vertretungen basieren.
  • Präventionsinitativen müssen geplant und eingeführt sowie Informationen geteilt werden; dazu muss Training und Überwachung stattfinden, damit der Grad an Verletzungen mit scharfen Gegenständen am Arbeitsplatz bewertet werden kann.
  • Die Berichterstattung von Unfällen muss gefördert werden, damit systematische Ursachen festgestellt werden können.

Der Arbeitgeber muss während der Risikobewertung sicherstellen, dass darunter auch das Risikolevel fällt, Krankheiten ausgesetzt zu sein, die durch Arbeitsprozesse übertragen werden können. Darunter fallen Situationen, die risikoreiche Verletzungen beinhalten sowie der Kontakt mit Blut und anderen potenziellen Infektionsüberträgern.

Während der Risikoanalyse müssen Arbeitgeber notwendige technische, organisatorische und verfahrenstechnische Regeln identifizieren. Diese betreffen die Arbeitsbedingungen, das Maß an Arbeitsqualifikation, arbeitsbedingte psychosoziale Faktoren und der Einfluss dieser Faktoren in Bezug auf das Arbeitsumfeld, um berufsbedingte Risiken zu eliminieren oder zu reduzieren.

Bei der Risiko-Bewertung sollte der Arbeitgeber folgende Maßstäbe beachten:

  • Das Definieren und Einführen von Prozessen, die eine sichere Anwendung und Entsorgung der medizinisch scharfen Geräten sichern. Dabei sollen die Container so nah wie möglich in dem Bereich stehen, in dem sie auch angewendet werden.
  • Stellen Sie Container auf, die ordentlich gekennzeichnet wurden und für die Entsorgung von medizinisch scharfen Geräten technisch sicher sind. Diese stehen so nah wie möglich zu dem Bereich in dem diese verwendet werden.
  • Die Prozesse müssen regelmäßig Teil eines Bewertungsverfahrens sein, das ihre Effektivität testet. Zudem müssen sie ein wesentlicher Teil des Informations- und Ausbildungsprogramms der Mitarbeiter sein.
  • Verhindern Sie den Gebrauch von scharfen Gegenständen, wann immer diese nicht unbedingt notwendig sind:
    • Führen Sie medizinische Geräte ein, die über eingebaute Schutz- und Sicherheitsmechanismen verfügen.
    • Erheben Sie ein sofortiges Verbot für die manuelle Neugummierung der Nadeln, wenn keine schützenden Geräte oder eine Sicherheitsvorkehrung gegen Einstiche vorhanden ist.
  • Training:
    • Die ordnungsgemäße Verwendung von medizinischen Geräten mit Sicherheitsvorkehrungen für scharfe Gegenstände.
    • Die Einführung von Verfahren für Benachrichtigungen, Reaktionen und Überwachungen nach einem Kontakt.
    • Die Einführung von Prophylaxen bei Wunden und Einstichen, die auf der Bewertung der Risikoquelle und der Infektionsgefahr basieren.
  • Sensibilisierungsmaßnahmen und die Verbreitung von Informationen, die Folgendes fördern:
    • Unterstützungsprogramme, die aufgrund von Verletzungen erhoben werden;
    • Verschiedene Risikostufen, die mit dem Zugang zu Blut oder Körperflüssigkeiten entstehen aufgrund der Nutzung von medizinisch scharfen Geräten;
    • Standard-Vorsichtsmaßnahmen sollten unter sicheren Voraussetzung bei der Arbeit eingeführt werden;
    • Ordnungsgemäße Prozeduren und die Beseitigung von gebrauchten medizinischen Geräten;
    • Die Berichterstattung von Verletzungen und den relevanten Informationen über Details der Verletzung mit scharfen Gegenständen ist wichtig.
    • Die Wichtigkeit von Immunisierungen - Vor- und Nachteile, Impfschutz oder nicht - für die Prävention im Falle des Kontakts mit biologischen Wirkstoffen, gegen die es effektive Impfstoffe gibt. Diese Impfstoffe sollten für alle Mitarbeiter und Studenten, die im Gesundheitswesen tätig sind, umsonst verfügbar sein.
    • Beurteilungen der Prozeduren, die notwendig sind, falls sich ein Mitarbeiter verletzt:
      • Der Verletzte muss mit sofortiger Hilfe versorgt werden, einschließlich nachträglicher Prophylaxe und notwendiger medizinischer Tests oder, falls erforderlich, psychologischer Hilfe.
      • Stellen Sie eine ordnungsgemäße Benachrichtigung und eine nachfolgende Überwachung sicher, damit die richtigen Präventionsmaßnahmen identifizieren werden können. Dies kann durch die Aufnahme und Analyse von Ursache, Art und Umstand geschehen, die zum Auftreten von Unfällen geführt haben. Das schafft beim Mitarbeiter Vertrauen.

Fehler bei der Befolgung der rechtlichen Anforderungen kann zu Sanktionen für den Arbeitgeber führen und wird mit Gefängnis und / oder anderen Strafen verfolgt.

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Direttiva 2010/32/UE del Consiglioa - Italiano 

Regionen:

Europa

Länder:

Italien

Portugal

Portugal implementierte das Gesetz 121/2013 am 22. August 2013. Dieses Gesetz schafft einen rechtlichen Rahmen für die Prävention von Schnitt- und Stichverletzungen durch medzinisches Arbeitsgerät im Gesundheitswesen und implementiert damit die EU-Direktive 2010/32/EU. Es umfasst Richtlinien für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, externe Auftragnehmer, sowie Studenten und Auszubildende in Krankenhäusern und anderen Gesundheitsbetrieben. Dem Gesetz zu Folge sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, damit auch externe Zulieferer sich an die neuen Richtlinien halten.

Alle medizinischen Geräte, die Schnitte oder Stichwunden verursachen können oder Arbeitnehmern im Gesundheitswesen sonstwie Wunden zufügen können (definiert im Gesetz 145/2009), fallen unter die Direktive.

Der Begriff “spezifische präventive Maßnahmen“ umfasst all solche Maßnahmen, die vorbeugend wirken und so Verletzungen und Infektionen am Arbeitsplatz verhindern. Dazu zählen die Nutzung von sicheren Geräten, eine umfassende Risikoanalyse sowie die Weiterbildung der Mitarbeiter hinsichtlich der richtigen Arbeitsabläufe und des korrekten Umgangs mit potenziell gefährlichem medizinischem Gerät .

Der Arbeitgeber muss sicherstellen, dass die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer immer im Vordergrund steht. Gleichzeitig sind Berufstätige im medizinischen Bereich nach einer adäquaten Weiterbildung auch eigenverantwortlich für ihre Sicherheit. 

Arbeitgeber

Der Arbeitgeber muss spezifische Informationen bezüglich des Risikos von scharfen medizinischen Geräten in den folgenden Punkten bereit stellen:

  • Die vom Hersteller ausgegebenen Bedienungsanleitungen und Sicherheitshinweise müssen wahrgenommen, geteilt und befolgt werden.
  • Jedes Jahr sollte eine Auflistung aller relevanten Unfälle veröffentlicht werden, die sich im Laufe der vergangenen drei Jahre zugetragen haben.
  • Vertreter der Mitarbeiterschaft sollten regelmäßig über neue Entwicklungen im Bereich der Arbeitssicherheit informiert werden.

Arbeitnehmer

Um das Risiko einer Verletzung und/oder Infektion durch medizinisches Gerät zu minimieren, sollten alle internen und externen Mitarbeiter, Studenten und Auszubildenden

  • die technischen Standards des portugiesischen medizinischen Generaldirektion kennen und einhalten. Dies betrifft:
    • Die Prävention und Kontrolle von Infektionen im Gesundheitswesen;
    • Grundlegende Schutzmaßnahmen im Sinne der Infektionskontrolle;
    • Sichere Arbeitsabläufe zur Vermeidung von Unfällen;
    • Das Kennen und Befolgen der Bedienungsanleitungen verwendeter Materialien und Geräte.

Der Arbeitgeber muss ein System zur raschen Meldung von Unfällen implementiert haben, das den Leitlinien des Nationalen Systems zur Unfallberichterstattung entspricht. Teil der vollständigen Meldung eines Unfalls ist es, die Ursache und die Umstände desselben in Erfahrung zu bringen, damit korrigierende Maßnahmen unter Einbeziehung von Gesundheits- und Sicherheitsexperten eingeleitet werden können.

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Direktive 2010/32/EU

Regionen:

Europa

Länder:

Portugal

Spanien

Das spanische Amtsblatt kündigte am 31. Juli 2013 die Implementierung der Direktive EES/1451/2013 an, welche Maßnahmen zur Prävention von Stich- und Schnittwunden im Gesundheitswesen festlegt.

Die wichtigsten Punkte von ESS/1451/2013

Das Ziel dieser neuen Regeln ist die Schaffung einer möglichst sicheren Arbeitsumgebung für Arbeitnehmer im Gesundheitsbereich durch:

  • ...die Vorbeugung vor Verletzungen durch scharfe medizinische Gerätschaften.
  • ...die Einführung eines integrierten Maßnahmenpakets einschließlich einer Evaluierung bestehender Regulierungen, des Mitarbeitertrainings, der Informationsausgabe und Kontrolle.
  • ...die Implementierung von geeigneten Folgemaßnahmen.

Diese neuen Regeln gelten für alle Arbeitnehmer in Krankenhäusern und im weiteren Gesundheitswesen sowie für all jene, die unter der direkten Aufsicht ihres Arbeitgebers stehen. Alle medizinischen Einrichtungen, egal ob öffentlich oder privat, müssen die Direktive einhalten.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den sogenannten spezifischen präventiven Maßnahmen, die von den Krankenhäusern ernst genommen werden sollten. Dieses Maßnahmenpaket   wurde erstellt, um Arbeitnehmern im Gesundheitsbereich eine bessere Weiterbildung mit adäquaten Ressourcen zu ermöglichen,

Die Direktive stellt klar, dass die aktive Mitarbeit der Arbeitnehmer bei Fragen rund um Gesundheit und Sicherheit ein zentraler Faktor ist. Im Bereich der Risikoanalyse muss der Arbeitgeber alle Situationen in Betracht ziehen, während derer Arbeitnehmer sich als Teil ihrer täglichen Arbeit an scharfen Gegenständen verletzen und so durch den Kontakt mit Blut oder mit anderen infektiösen Materialien Krankheiten zuziehen könnten. Das Aktionsprotokoll basiert auf drei Säulen: Eliminierung, Prävention und Schutz.

Artikel 6 der Direktive stellt heraus, dass der unnötige Umgang mit scharfen medizinischen Gegenständen durch Abänderungen der Arbeitsabläufe eliminiert werden sollte. Zusätzlich fordert der Text eine Reduzierung der Nutzungshäufigkeit scharfer Gegenstände durch die Mitarbeiter zu deren Schutz. Die Direktive wirbt für die Nutzung eines Leitfadens zur empfohlenen Praxis, um die Entwicklung einer umfassenden und kohärenten Präventionspolitik zu fördern. Diese sollte die Bereiche Technologie, Arbeitsorganisation und Arbeitsbedingungen umfassen.

Sie schlägt auch vor, dass Impfungen für alle Arbeitnehmer und Studenten gratis zur Verfügung gestellt werden sollten. Das Krankenhaus oder Gesundheitszentrum sollte alle Mitarbeiter von den Vor- und Nachteilen von Impfungen, vor allem die möglichen Folgen für die Gesundheit und die Umwelt, in Kenntnis setzen.

Artikel 8 der Direktive will sicher stellen, dass eine adäquate Weiterbildung hinsichtlich der besten Verhaltensweisen und Arbeitsabläufe bezüglich der Nutzung scharfer Gegenstände zur Verfügung steht. Eine Nicht-Einhaltung der neuen Regeln wird im Sinne des Gesetzestexts bestraft werden.

Die Direktive endet mit einem Appendix, der 10 Empfehlungen zur korrekten Nutzung scharfer Gegenstände abgibt. Hierbei stehen eine allgemein umsichtige Verhaltensweise, die Einhaltung von Hygienevorschriften und die Implementierung einer sicheren Entsorgung von Spritzen im Vordergrund.

Empfehlungen für die Nutzung von scharfen Gegenständen

  1. Spritzen und andere scharfe oder spitze Gegenstände sollten mit außerordentlicher Vorsicht genutzt werden.
  2. Während und nach der Nutzung solcher Instrumente muss das Säubern oder die Entsorgung auf sichere Art und Weise erfolgen.
  3. Einmal benutzte Spritzen sollten auf keinen Fall mehr gehandhabt werden.
  4. Zur Entsorgung von Spritzen, Kanülen und anderen spitzen Gegenständen müssen passende Entsorgungsbehälter zur Verfügung stehen, die in der Nähe der Nutzungsareale zu stehen haben.
  5. Diese Behälter sollten nie vollständig gefüllt sein, da Spritzen, die aus dem Behälter herausreichen ein signifikantes Risiko bedeuten.
  6. Wann immer möglich sollten die Mitarbeiter scharfe Gegenstände persönlich in den hierfür vorgesehenen Behälter entsorgen.
  7. Niemals dürfen scharfe Gegenstände auf Oberflächen liegen gelassen werden, weil das ein Risiko für Dritte bedeuten würde.
  8. Das gilt insbesondere nach Eingriffen am Bett eines Patienten, da diejenige Person, die einen scharfen Gegenstand dort benutzt hat, die Situation am besten einschätzen kann und am ehesten weiß, wie Risiken für andere Mitarbeiter vermieden werden können.
  9. Es ist besonders wichtig, dass keine scharfen Gegenstände versehentlich mit in die Wäsche geworfen werden, weil sie dort eine Gefahr für Mitarbeiter in der Wäscherei bedeuten können.
  10. Scharfe Gegenstände dürfen niemals in Plastiktüten oder in normale Abfalleimer geworfen werden.

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Direktive 2010/32/EU Spanisch

Regionen:

Europa

Länder:

Spanien

Niederlande

Die Europäische Richtlinie 2010/32/EU wurde in den Niederlanden durch die Arbeitsbedingungsvorgaben, Artikel 4.97, im Januar 2012 eingeführt. Diese führen aus:

  • Sichere Nadelsysteme müssen über einen Sicherheits- und Schutzmechanismus verfügen;
  • Eine Neugummierung ist unzulässig.

Arbeitgeber

Arbeitgeber werden aufgefordert sich dafür einzusetzen, dass Nadelstich-Verletzungen durch die Nutzung von sicheren Nadelgeräten vermieden werden und Behälter benutzt werden, um scharfe Materialien sicher zu entsorgen.

Von Arbeitgebern wird erwartet, dass sie ihre Mitarbeiter den sicheren Umgang mit Nadeln beibringen, üben lassen und überwachen; und dass sie einen Prozess einführen, damit Mitarbeiter wissen, was im Falle einer Verletzung zu tun ist. Dazu gehört das Verfassen eines Notfall-Plans gemäß der Arbeitsbedingungsvorgaben (Artikel 4.97). Dieser muss am Arbeitsplatz angebracht werden.

Zu dem Notfall-Plan gehört:

  • Das Ausführen einer Risikobewertung innerhalb von zwei Stunden nach einem Injektionsunfall und, falls notwendig, die Behandlung des Arbeitnehmers. Falls das Risiko einer HIV-Infektion besteht, muss der Arbeitnehmer eine PEP erhalten (Post-Exposure Prophylaxe).
  • Das Festlegen des Risikos für Nadelstichverletzungen in die Risikobewertung und -auswertung.
  • Die Bereitstellung von Hepatitis B-Impfungen für alle Mitarbeiter, die einem Risiko von Nadelstichunfällen ausgesetzt sind.

Arbeitnehmer

Auch die Arbeitnehmer sind für ihre Sicherheit verantwortlich und sollten die sicheren Abläufe und die Anwendungsvorgaben befolgen sowie ihren Arbeitgeber nach sicheren Nadelsystemen fragen.

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Richtlijn 2010/32/EU Van de Raada – Nederlands

ArboPortaal

Regionen:

Europa

Länder:

Niederlande

Großbritannien

Die Direktive dient als Zusatz zu den existierenden Arbeitsschutzbestimmungen für Arbeitnehmer im Gesundheitswesen in der Europäischen Union. Ihrzufolge müssen Gesundheitsorganisationen in der Lage sein zu zeigen, dass sie “medizinische Geräte nutzen, die eingebaute Sicherheits-Mechanismen besitzen; diese umfasst ausdrücklich sowohl Kanülen als auch intravenöse Katheter.“

Im Falle Großbritanniens waren viele Maßgaben der EU-Direktive bereits als Teil des “Health and Safety Work Act“ von 1974 im Kraft. Das neue Gesetz macht jedoch spezifische Vorgaben hinsichtlich der Regulierungen, die neu eingeführt werden müssen, damit Großbritannien in vollem Umfang mit der Direktive übereinstimmt. Diese neuen Regulierungen schreiben vor, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei dem Versuch zusammen arbeiten müssen, um “das effektive Management von scharfen Gegenständen“ in allen Teilen des Gesundheitswesens sicherzustellen. Insbesondere wird in einem Informationsblatt der “Health and Safety Executive“ (HSE) herausgestellt, dass eine Risikoanalyse angestellt werden muss sowie dass die Weiterbildung und das Training von Mitarbeitern im Vordergrund stehen sollte. Dies soll dadurch erzielt werden, dass die gegenwärtigen Gesundheits- und Sicherheitsstandard gezielt auf das Niveau der neuen Richtlinien angehoben werden.

Großbritanniens größte Gewerkschaft, Unison, hat den Bedarf für eine sicherere Regulierung bezüglich scharfer medizinischer Gegenstände immer unterstützt, nicht zuletzt durch das “Safer Needles Network“, und zeigt sich zufrieden, dass die EU nun eine passende Gesetzesänderung durchgesetzt hat. Robert Baughan, der Verantwortliche für Gesundheit und Sicherheit bei Unison, sagt, dass sich die Arbeitnehmer über die Einführung der neuen Richtlinien gefreut haben.

Er sagte: “Das Feedback, das wir bislang bekommen haben, ist durchweg positiv.“ Er merkte aber auch an, dass das Gesetz zur Zeit nur für Arbeiter im Gesundheitswesen gilt und dass Unison die Direktive “gerne auf alle Arbeitsbereiche ausgedehnt sehen will, die mit scharfen Objekten jeglicher Art arbeiten.“ 

Vorteile:

Die Einführung der neuen Gesetze bringt Arbeitnehmern im britischen Gesundheitswesen eine Reihe an Vorteilen. Einem Memorandum des Safer Needle Networks zu Folge verursachen Verletzungen durch Spritzen jedem NHS Trust jährlich 500.000 GBP an Kosten. Ein Vergleich zu den jährlich 136.000 GBP, die die Einführung von Geräten mit integrierten Sicherheitsmechanismen kostet, macht klar, dass rein finanziell betrachtet der Wechsel ein logischer Schritt ist.

Doch letztlich werden es eher ethische Gründe sein, die viele Arbeitgeber zu Unterstützern der neuen Legislation machen dürfte. Denn eine sicherere Arbeitsumgebung kann sehr positive Auswirkungen auf die Arbeitsmoral, die Loyalität und die Produkivität bestehender Mitarbeiter haben.

Baughan meint, dass das Gesetz sehr klar umreißt, was von Arbeitgebern hinsichtlich der Erstellung einer sicheren Arbeitsumgebung in Zukunft erwartet wird. Es deutet klar auf die Notwendigkeit von höherstufigen Kontrollmechanismen hin; das bedeutet, dass Arbeitgeber kollektive Maßnahmen wie die Nutzung von sichereren Geräten vorranging verfolgen sollten. Maßnahmen, die auf die Verbesserung von individuellem Verhalten abzielen, sind laut Baughan letztlich schwerer durchzusetzen.

Als möglichen Nachteil des Gesetzes empfindet Baughan dagegen, dass es eine Verhaltensänderung von Individuen erfordert, was sich nur schwer garantieren lässt. Denn die Möglichkeit menschlichen Versagens lässt sich nie ausschließen, und deshalb sucht Unison immer nach Maßnahmen, die das Risiko verhaltensunabhängig reduzieren.

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Offizielles Journal der Europäischen Union L/134/66 (2010) Direktive 2010/32/EU

Webseite zu Gesundheit und Sicherheit

Info-Blatt zu Gesundheit und Sicherheit

Gesetz zur Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit von 1974

Netzwerk für sichere Spritzen

Richtlinien des Royal College of Nursing

Europäisches Netzwerk für Bio-Sicherheit

Regionen:

Europa

Länder:

Vereinigtes Königreich

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