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Gesetzeslage

Unter Klinikmitarbeitern und Krankenpflegepersonal kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen mit "scharfen medizinischen Gegenständen". Die Zahl wird auf 3,5 Millionen Unfälle pro Jahr weltweit geschätzt. Viele dieser Fälle können auf Missgeschicke mit IV Kathetern, Induktions-Spritzennadeln, Blutentnahme-Geräten und Gefäßzugangsnadeln zurückgeführt werden.

Eine Nadelstichverletzung oder Blutkontakt kann verheerende Auswirkung auf die Gesundheitseinrichtung, die Praxis und das Opfer haben, das sich daraufhin auf eine mögliche durch Blut übertragene Krankheit testen lassen muss. Ein Opfer, das sich eine Infektion oder Krankheit zugezogen hat, braucht medizinische Behandlung und muss im Zweifelsfall mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen rechnen.

Der beste Weg, Nadelstiche und Blutkontakt zu vermeiden, ist das rechtzeitige Einführen von Schutzmaßnahmen.

Safety On Point

Österreich

Am 11. Mai 2013 trat in Österreich die Nadelstichverordnung (NastV) in Kraft. Die NastV verankert die von der EU Direktive 2010/23/EU festgelegten Richtlinien in nationales Recht und erfordert die sichere Handhabung von scharfen Gegenständen im Gesundheitssektor und in ähnlichen Arbeitsumgebungen wie Laboratorien und Altersheimen.

Die NastV komplementiert und vervollständigt die bereits existierenden Sicherheitsbestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes (ASchG) und der Verodrnung zu biologischen Arbeitsstoffen (VbA) in Österreich und hat das Ziel, Verletzungen durch scharfe Gegenstände wie Spritzen vorzubeugen.

Dies ist für medizinische Arbeitskräfte in Österreich ein besonders wichtiges Thema; mehr als ein Drittel aller Arbeitsunfälle in österreichischen Krankenhäusern geschahen durch Spritzen. NastV zielt darauf ab, das Verletzungsrisiko beim Kontakt mit scharfen Gegenständen zu minimieren und schreibt dazu die Verantwortlichkeiten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern vor. Das Gesetz empfiehlt Arbeitgebern außerdem, allen externen Dienstleistern wie Reinigunsdiensten oder Entsorgungsfirmen schriftliche Instruktionen zukommen zu lassen, damit auch sie sich an die gesetzlichen Verordnungen halten.

Die in NastV enthaltenen Maßnahmen sind die Folgenden:

Laut NastV müssen Arbeitgeber im Gesundheitswesen das ihnen spezifische Risiko von Schnitt- und Stichverletzungen festlegen. Dazu müssen sie verschiedene Situationen in Betracht ziehen, während derer sich Mitarbeiter verletzen und dadurch mit poteziell krankheitserregenden in Kontakt kommen könnten. Das schließt zum Beispiel das Entnehmen von Blutproben oder das Entsorgen von scharfen Instrumenten ein.

  • Generell gilt, dass althergebrachte medizinische Instrumente durch solche ersetzt werden sollten, die über einen eingebauten Sicherheits- oder Schutzmechanismus verfügen, sofern solche Geräte existieren.
  • Das Wiederverschließen von Spritzen wird durch die Richtlinien unter allen Umständen verboten.
  • Entsorgungsbehälter für scharfe Geräte sollten immer in der Nähe der Nutzungsbereiche letzterer aufgestellt sein; außerdem sollten spezielle Regale aufgestellt werden, in die alle scharfen oder spitzen Geräte einheitlich eingeordnet werden.

Das Gesetz beinhaltet auch die Pflicht seitens des Arbeitgebers, Arbeitnehmer, die mit scharfen Gegenständen zu tun haben, mit Informationen und Weiterbildungsmöglichkeiten zu versorgen. Diese Weiterbildungen müssen vor dem Beginn der Handhabung von scharfen Gegenständen geschehen sein und in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Laut NastV müssen alle Arbeitgeber einen standardisierten Prozess eingeführt haben, der es Arbeitnehmern erlaubt, Verletzungen oder Vorfälle, die beinahe zu Verletzungen führen, ordnungsgemäß zu melden. Außerdem sollen Maßnahmen getestet werden, welche den Zeitdruck auf Arbeitnehmer lindern und überlange Schichten reduzieren können. 

Regionen:

Europa

Länder:

Österreich

Übersicht zur EU Direktive 2010/32/EU

Die EU Direktive 2010/32/EU betrifft die Implementierung einer Rahmenvereinbarung zur Prävention von Verletzungen durch scharfe Gegenstände in Krankenhäusern und im Gesundheitssektor.

Die Direktive gilt für alle Werktätige in Krankenhäusern und im Gesundheitssektor, die als Teil ihrer Arbeit dem Risiko von Verletzungen durch scharfe Gegenstände ausgesetzt sind. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer stehen in der Verantwortung, sichere Arbeitsabläufe einzuführen, die in Einklang mit den relevanten EU-Direktiven und -Richtlinien stehen. 

Das Ziel der Direktive ist es, die bestmöglichen Arbeitsabläufe durch die Einführung von Prozessen zu schaffen, welche die Handhabung scharfer Gegenstände sicherer machen. Zudem soll die Berichterstattung und die Fortbildung von Arbeitnehmern verbessert werden. 

Die in der Direktive festgeleten Bestimmungen bauen auf existierenden Anforderungen aus dem Gesetz zur Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit von 1974 und dem Gesetz zur Bereitstellung und Nutzung von Arbeitsgeräten von 1998 auf.  

Die Frist für die Mitgliedsländer der EU zur Einführung angemessener Maßnahmen zum Schutz vor Stich- und Schnittverletzungen war der 11. März 2013. Diese Frist ist nun verstrichen, und Großbritannien, wie viele andere Länder, musste seine Gesetzgebung mit der EU Direktive 2010/32/EU in Einklang bringen, um von den Vorteilen für britische Angestellte im Gesundheitssektor profitieren zu können. 

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Offizielles Journal der Europäischen Union L/134/66 (2010) Direktive 2010/32/EU

Webseite zu Gesundheit und Sicherheit

Info-Blatt zu Gesundheit und Sicherheit

Gesetz zur Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit von 1974

Netzwerk für sichere Spritzen

Richtlinien des Royal College of Nursing

Europäisches Netzwerk für Bio-Sicherheit

Regionen:

Europa

Länder:

Vereinigtes Königreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Portugal, Australien, Österreich, Italien

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