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Gesetzeslage

Unter Klinikmitarbeitern und Krankenpflegepersonal kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen mit "scharfen medizinischen Gegenständen". Die Zahl wird auf 3,5 Millionen Unfälle pro Jahr weltweit geschätzt. Viele dieser Fälle können auf Missgeschicke mit IV Kathetern, Induktions-Spritzennadeln, Blutentnahme-Geräten und Gefäßzugangsnadeln zurückgeführt werden.

Eine Nadelstichverletzung oder Blutkontakt kann verheerende Auswirkung auf die Gesundheitseinrichtung, die Praxis und das Opfer haben, das sich daraufhin auf eine mögliche durch Blut übertragene Krankheit testen lassen muss. Ein Opfer, das sich eine Infektion oder Krankheit zugezogen hat, braucht medizinische Behandlung und muss im Zweifelsfall mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen rechnen.

Der beste Weg, Nadelstiche und Blutkontakt zu vermeiden, ist das rechtzeitige Einführen von Schutzmaßnahmen.

Safety On Point

Australien & Neuseeland

Australien und Neuseeland haben keine landesweit gülitgen Gesetze zum Schutz vor Nadelstichverletzungen. Derzeit werden derlei Gesetze zwar im Parlament debattiert, bislang gibt es aber keine konkreten Ergebnisse.

Der National Health and Medical Research Council (NHMRC) brachte im Oktober 2010 Richtlinien heraus, welche die wichtigsten Aspekte bei der Handhabung von scharfen Gegenständen zur Prävention und Kontrolle von Infektionen darlegten. Diese Richtlinien helfen Arbeitnehmern im Gesundheitswesen und Arztpraxen dabei, neue Abläufe und Prozesse zur Vorbeugung von Infektionen mit einem verbesserten Risiko-Management zu entwickeln.

Diese Richtlinien empfehlen:

Vorsicht bei der Handhabung von scharfen Objekten.

  • Scharfe Gegenstände sollten nicht direkt von Hand zu Hand weitergegeben werden, und sie sollten so selten wie möglich zum Einsatz kommen.
  • Kanülen dürfen nach ihrer Nutzung nicht wieder verschlossen, verbogen oder zerstört werden.

Scharfe Einweg-Produkte müssen nach Gebrauch entsorgt werden.

  • Wer eine scharfes Einweg-Produkt nutzt, ist verantwortlich für dessen umgehende, sichere Entsorgung.
  • Benutzte scharfe Gegenstände müssen am Ort der Nutzung in einem dafür gekennzeichneten Behälter entsorgt werden. Diese Behälter dürfen nicht zu mehr als drei Vierteln gefüllt sein.

Hier haben Sie Zugriff auf die australischen Richtlinien zur Vorbeugung und Kontrolle von Infektionen im Gesundheitswesen 2010.

Von den australischen Bundesstaaten haben New South Wales, Queensland und Victoria je eigene Richtlinien zur Prävention von Nadelstichverletzungen im Gesundheitswesen.

New South Wales

Vorbeugung von Verletzungen durch scharfe Gegenstände im Gesundheitswesen von NSW (PD2007_052)

Zusammenfassung: Das Ziel dieser Direktive und der mit ihr verbundenen Richtlinien ist es, Verletzungen durch scharfe Objekte im Gesundheitswesen von NSW zu verhindern und zu minimieren. Dies soll durch die Entwicklung eines Präventionsprogramms unter Anwendung eines Risikomanagementansatzes geschehen. Dieses Dokument enthält außerdem Richtlinien für Organisationen zur Einhaltung von gesetzlichen Verpflichtungen hinsichtlich Verletzungen durch scharfe Gegenstände.

Queensland

In Queensland sind Gesundheitsanstalten verpflichtet, ein Sicherheitsprogramm zum Umgang mit scharfen Gegenständen zu implementieren, das dem Standard 3.1.1 der National Safety and Quality Health Service Standards (NSQHS) entspricht.

Solche Sicherheitsprogramme sollten die folgenden Punkte beinhalten:

  1. Technische Steuerungseinrichtungen
    1. Einführung von medizinischen Sicherheitsmaßahmen mit technischen Steuerungseinrichtungen.
    2. Nutzung von Entsorgungssystemen für scharfe Gegenstände
  2. Fortbildungsprogramme
  3. Kontrollen der Arbeitsabläufe
    1. Vermeiden des Wiederverschließens von Spritzen
    2. Sicherstellen, dass scharfe Gegenstände nicht von Hand zu Hand gereicht werden, sondern mittels eine Ablage.
    3. Entsorgungsbehälter müssen immer in der Nähe des Einsatzbereichs scharfer Gegenstände sein.
    4. Wer einen scharfen Gegenstand nutzt, ist für dessen sachgerechte Entsorgung verantwortlich.
  4. Falls ein scharfer Gegenstand nicht wie erfordert funktioniert, muss eine Beschwerde eingereicht werden.
  5. Risiko- und Datenanalyse
  6. Verletzungen und Kontakt mit blutübertragenen Krankheitserregern müssen gemeldet werden.

Victoria

Laut des Occupational Health and Safety Act (2004) von Victoria hat der Arbeitgeber die Pflicht, eine sichere Arbeitsumgebung ohne Gesundheitsrisiken zu gewährleisten. Das beinhaltet ein sicheres Arbeitsumfeld, sichere Prozesse und Abläufe, Informationsmöglichkeiten für die Arbeitnehmer, Weiterbildung, Betreuung, und - wo nötig - individuelle Schutzausrüstung.

Die Gesundheits- und Sicherheitseinheit für Arbeitnehmer derVictorian Trades Hall Council (VTHC) gibt eine Anzahl an Schritten vor, die OHS-Repräsentanten nehmen können, um Schnitt- und Stichverletzungen zu vermeiden.

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Allianz zur Vorbeugung von Schnitt- und Stichwunden in der Krankheitsversorgung

Safe Hands - ein Netzwerk zur Unterstützung der Gesundheit von Arbeitnehmern im Gesundheitswesen für die Region Asien-Pazifik

Australische Kommission für die Sicherheit und Qualität im Gesundheitswesen

Nationaler Rat für Gesundheit und Medizinische Forschung (NHMRC)

Regionen:

Länder:

Australien, Neuseeland

Übersicht zur EU Direktive 2010/32/EU

Die EU Direktive 2010/32/EU betrifft die Implementierung einer Rahmenvereinbarung zur Prävention von Verletzungen durch scharfe Gegenstände in Krankenhäusern und im Gesundheitssektor.

Die Direktive gilt für alle Werktätige in Krankenhäusern und im Gesundheitssektor, die als Teil ihrer Arbeit dem Risiko von Verletzungen durch scharfe Gegenstände ausgesetzt sind. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer stehen in der Verantwortung, sichere Arbeitsabläufe einzuführen, die in Einklang mit den relevanten EU-Direktiven und -Richtlinien stehen. 

Das Ziel der Direktive ist es, die bestmöglichen Arbeitsabläufe durch die Einführung von Prozessen zu schaffen, welche die Handhabung scharfer Gegenstände sicherer machen. Zudem soll die Berichterstattung und die Fortbildung von Arbeitnehmern verbessert werden. 

Die in der Direktive festgeleten Bestimmungen bauen auf existierenden Anforderungen aus dem Gesetz zur Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit von 1974 und dem Gesetz zur Bereitstellung und Nutzung von Arbeitsgeräten von 1998 auf.  

Die Frist für die Mitgliedsländer der EU zur Einführung angemessener Maßnahmen zum Schutz vor Stich- und Schnittverletzungen war der 11. März 2013. Diese Frist ist nun verstrichen, und Großbritannien, wie viele andere Länder, musste seine Gesetzgebung mit der EU Direktive 2010/32/EU in Einklang bringen, um von den Vorteilen für britische Angestellte im Gesundheitssektor profitieren zu können. 

Hilfreiche Links/Ratgeber:

Offizielles Journal der Europäischen Union L/134/66 (2010) Direktive 2010/32/EU

Webseite zu Gesundheit und Sicherheit

Info-Blatt zu Gesundheit und Sicherheit

Gesetz zur Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit von 1974

Netzwerk für sichere Spritzen

Richtlinien des Royal College of Nursing

Europäisches Netzwerk für Bio-Sicherheit

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Vereinigtes Königreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Portugal, Australien, Österreich, Italien

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